Bauzustand

Bevor gerechnet wird, wird angesehen

Eine Aufnahme des Zustands: Risse, Feuchte, Aufbauten, Leitungen, mit Maßband und Foto.

Der teuerste Satz beim Immobilienkauf lautet: das schaut eh gut aus.

Ein Objekt sieht nach einer Besichtigung von 20 Minuten fast immer gut aus. Möbel stehen vor den Ecken, frische Farbe liegt über allem, und die Fragen, die richtig Geld kosten, liegen unter dem Boden und über der Decke. Eine Zustandsaufnahme dreht das um: sie sucht genau dort, wo niemand freiwillig hinsieht.

Am Ende steht eine Grundlage. Sie können danach über den Wert reden oder über die Sanierung, aber Sie reden nicht mehr über Vermutungen.

Weiße Kunststoffrohre und Kabel, in einer offenen Wand verlegt
Das Alter der Leitungen entscheidet über einen großen Teil der Summe.

Wann das sinnvoll ist

Vier Anlässe

  1. Vor dem Kauf

    Sie wollen wissen, was Sie sich einhandeln, bevor der Kaufvertrag unterschrieben ist. Ein Rundgang zu zweit sagt mehr als jedes Exposé.

  2. Vor dem Verkauf

    Bekannte Mängel sind kein Nachteil, unbekannte schon. Wer den Zustand vorher kennt, verhandelt nicht über Vermutungen und wird bei der Übergabe nicht überrascht.

  3. Vor der Sanierung

    Kostenschätzungen ohne Befund sind Wunschzettel. Erst die Aufnahme sagt, welche Arbeiten überhaupt zusammengehören.

  4. Nach einem Schaden

    Wasser, Feuchte, ein Riss, der letztes Jahr noch nicht da war. Dokumentiert mit Maß und Datum, damit später nachvollziehbar ist, was wann war.

Worauf geschaut wird

Vier Dinge, die den Unterschied machen

  1. Risse

    Wo verläuft er, wie breit ist er, geht er durch den Putz oder durch das Bauteil. Aufgemessen und fotografiert, damit sich beim nächsten Termin vergleichen lässt, ob er arbeitet.

  2. Feuchte

    Ecken hinter Einbauten, Sockelbereiche, Anschlüsse an Bad und Küche. Die Stellen, die niemand sieht, solange die Möbel stehen.

  3. Aufbauten

    Was liegt unter dem Boden, was hängt über der Decke. Eine geöffnete Stelle beantwortet Fragen, an denen sonst eine ganze Kalkulation hängt.

  4. Leitungen und Technik

    Alter und Zustand von Strom, Wasser und Abwasser, Lüftung, Heizung. Häufig der Posten, der eine Sanierung teuer macht, und der auf keinem Foto eines Inserats vorkommt.

Aus dem eigenen Archiv

So sieht eine Aufnahme aus

  • Geöffnete Wand mit freigelegtem Mauerwerk, daneben ein angelegtes Maßband
    Geöffnete Stelle mit angelegtem Maßband.
  • Deutlicher Riss quer durch eine Zimmerdecke, an dessen Ende ein Kabel austritt
    Riss quer durch die Decke, am Ende tritt ein Kabel aus.
  • Geöffneter Beton mit sichtbarem Zuschlag, daneben ein senkrecht angelegtes Maßband
    Beton geöffnet, Aufbauhöhe gemessen.
  • Maßband an einer Bohrung im Dielenboden, das die Aufbauhöhe zeigt
    Aufbauhöhe am Boden, an einer Bohrung gemessen.
  • Geöffnete Decke mit Schilfrohrputz, Stahlträger und freiliegenden Leitungen
    Decke geöffnet: Putzträger, Träger und Leitungen auf einen Blick.
  • Dachboden mit Bruchsteinwand, Holzbalken und offen verlegtem Kabel
    Dachboden: Substanz und Leitungen liegen hier offen.
  • Wandecke mit dunklen Feuchteschäden über einem alten Fliesenspiegel
    Feuchte hinter einer ausgebauten Küchenzeile.
  • Dunkle Feuchtespuren im Sockelbereich einer Wand, hinter einem Möbelstück
    Sockelbereich hinter einem Möbel. Diese Stellen sieht nur, wer nachsieht.

Ablauf

Drei Schritte

  1. Termin und Rundgang

    Ein bis zwei Stunden vor Ort, gemeinsam durch das Objekt. Sie hören unterwegs, was auffällt, und können sofort nachfragen.

  2. Aufnahme

    Fotos mit Maß, an den Stellen, auf die es ankommt. Wo eine Frage ohne Öffnen nicht zu beantworten ist, wird das gesagt, statt sie zu überspringen.

  3. Einordnung

    Was ist Schaden, was ist Alter, was ist Geschmack. Und was davon muss zuerst, weil es sonst teurer wird.

Sehen wir uns den Zustand an.

Rufen Sie an und beschreiben Sie kurz das Objekt. Danach wissen wir beide, ob ein Termin vor Ort etwas bringt.